Vorratshaltung von Obst und Gemüse

Die richtige Vorratshaltung von Obst & Gemüse

Wer bei der Vorratshaltung auf die richtige Lagerung der einzelnen Obst- und Gemüsesorten achtet, der hat mehr von seinem Einkauf. Oft ärgert man sich über schnell verdorbenen Salat oder braun gewordene Bananen.

Obst und Gemüse gehören täglich auf den Speiseplan der Deutschen. Grund dafür ist nicht nur ihr guter Geschmack, sondern vor allem ihr essentieller Beitrag zu einer gesunden Ernährung.

Gerade für Menschen, die einer vegetarischen oder veganen Ernährung nachgehen, spielt Obst und Gemüse eine große und wichtige Rolle. Doch bei den leckeren Vitaminbomben gibt es ein Problem: Die Haltbarkeit. Oftmals verderben die Pilze bevor man sie aufbrauchen kann, oder die Zitrone, die vor ein paar Tagen erst gekauft wurde schimmelt vor sich hin. Im Folgenden erhalten Sie Tipps zur idealen Vorratshaltung und erfahren, wie man Obst und Gemüse richtig lagert und worauf Sie noch achten sollte, um Äpfel und Co. lange frisch zu halten.

Schritt 1: Der Kauf von Obst und Gemüse

Der richtigen Vorratshaltung von Obst und Gemüse geht der Einkauf voraus. An dieser Stelle hat man bereits die Möglichkeit auf vieles zu achten, was für eine lange Haltbarkeit der Lebensmittel Zuhause nötig ist. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie zum Beispiel die Jahreszeit.

Generell ist es immer empfehlenswert Obst und Gemüse aus der Region zu kaufen, da diese meistens keine längeren Transporte hinter sich bringen mussten. Die Tomaten vom Biobauern aus dem Nachbardorf sind also viel frischer als die, die aus Spanien importiert wurden. Dies gilt nicht nur für Obst und Gemüse, welche in unserem Klima wachsen. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Lebensmittel, die beispielsweise aus Südamerika stammen, bereits vor vielen Tagen geerntet wurden und somit alles andere als frisch sind, wenn sie im Supermarkt ausliegen. Da weder Obst noch Gemüse über ein Mindesthaltbarkeitsdatum verfügen, muss man selbst entscheiden ab wann die Lebensmittel ungenießbar sind.

Bei Obst und Gemüse handelt es sich um lebendige Organismen, die meist zu 70-90% aus Wasser bestehen. Direkt nach der Ernte wird die Nährstoffzufuhr abgebrochen. Somit beginnt die Wasserverdunstung, was dazu führt, dass du Früchte schrumpelig werden. Des Weiteren sind sie anfälliger für Bakterien, welche dafür verantwortlich sind, dass Obst und Gemüse schimmeln. Einige Früchte werden aus diesem Grund unreif geerntet, weil sie die Eigenschaft haben, auch nach der Ernte weiter zu reifen. Das beste Beispiel wäre an dieser Stelle Bananen. Diese werden allerdings häufig so grün geerntet, dass sie künstlich durch das Reifegas Ethylen nachgereift werden müssen.

Bei Bioprodukten ist dies übrigens nicht der Fall. Andere Obst und Gemüsesorten, die nach der Ernte noch weiter reifen, solange sie nicht zu früh geerntet wurden oder bereits Schadstellen haben, sind unter anderem: Aprikosen; Pfirsiche, Nektarinen, Avocados, Birnen, Kiwis, Mangos, Papayas, Pflaumen und Tomaten.

Frische im Supermarkt erkennen

Am besten ist es also, wenn man Obst und Gemüse direkt beim Erzeuger erwirbt. Doch für viele ist dies aus lokalen oder finanziellen Gründen nicht möglich. Allerdings gibt es auch in Supermärkten einige Möglichkeiten frisches und somit länger haltbares Obst und Gemüse zu erkennen:

Schnittstellen

Bei Brokkoli, Spargel, Zucchini, Blumenkohl und Paprika sollte man auf die Schnittstellen achten. Sehen diese frisch aus kann man sicher sein, dass das Gemüse noch nicht allzu lange im Supermarktregal liegt. Wirken sie trocken und bräunlich, sollte man die Finger davon lassen.

Stiele

Vor allem beim Obst kann man an den Stielen festmachen wie frisch es ist. Wenn die Stiele bei Kirschen, Äpfeln, Birnen und Co. bereits eingetrocknet und/oder braun sind, zeugt das davon, dass das Obst bereits einen längeren Zeitraum im Regal liegt.

Schimmer

Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass glänzendes Gemüse auch frisches Gemüse sein muss. Dies ist, außer bei Kirschen, nicht der Fall. Äpfel, Trauben, Pflaumen und Zwetschgen bekommen diesen Glanz erst, wenn sie bereits überreif sind. Ein matter Schimmer signalisiert dagegen genau die richtige Reife.
Wenn Zitrusfrüchte glänzen, bedeutet das, dass ihre Schale mit einer Wachsemulsion behandelt wurden. Diese macht sie länger haltbar, man kann allerdings ihre Schale nicht mehr zum kochen oder backen verwenden.

Schritt 2: Richtige Lagerung von Obst und Gemüse

Für die Lagerung des Einkaufes Zuhause sollte man wissen, dass Obst generell länger haltbar ist als Gemüse. Das liegt daran, dass es sich bei Obst meist um die Früchte einer Mutterpflanze handelt, die ohnehin von ihr getrennt werden, indem sie reif abfallen. Bei Gemüse dagegen handelt es sich oftmals selbst um die Mutterpflanzen, nehmen wir Brokkoli, Salat oder Spinat als Beispiel. Hier war eine Trennung von der Wurzel nicht vorgesehen, weshalb der Verwesungsprozess schneller als bei Obst einsetzt. Für den Käufer bedeutet das, dass er Gemüse frühestmöglich verzehren sollte, während Obst einen längere Haltbarkeit hat.

Insgesamt sollte man bedenken, dass eine zu lange oder falsche Lagerung von Obst und Gemüse die Vitamine entzieht und damit einer idealen Vorratshaltung entgegen steht. Allerdings kann man nicht pauschal sagen, wie man es richtig lagert, denn für jede Sorte gilt etwas anderes. Faktoren wie Licht, Sauerstoff, Temperatur und Feuchtigkeit spielen dabei eine Rolle. Frisches Obst und Gemüse hat selbstverständlich die meisten Vitamine. Falls man Gemüse aber beispielsweise zu warm lagert, verliert es innerhalb von zwei Tagen bis zu 70% der vorhandenen Vitamine. Um dies zu vermeiden sollte man genau wissen wie man Obst und Gemüse richtig lagert.

Im Großen und Ganzen gilt, dass man sich, im Hinblick auf die Lagerung und Vorratshaltung, fragen sollte, woher das Lebensmittel eigentlich kommt. Früchte, die aus tropischen Regionen kommen, sind Kälte nicht gewohnt, warum also in den Kühlschrank legen? Und Gemüse, was in unserer Region wächst, kommt offensichtlich gut mit niedrigen Temperaturen klar, also ab damit in den Kühlschrank oder Keller.

Äpfel lagern

Die richtige Vorratshaltung von Obst

In Bezug auf Obst ist es nicht bei jeder Sorte sinnvoll den Kühlschrank als Lagerungsort zu nutzen. Oft ist die Kühlschrank Temperatur zu niedrig und schadet den Früchten. Achten Sie also bei den unterschiedlichen Sorten darauf, dass Sie ihren Kühlschrank richtig einräumen, damit das Obst nicht allzu schnell nach dem Kauf verdirbt und eine ideale Vorratshaltung umgesetzt werden kann.

Ananas lagern

Eine Ananas sollte beim Kauf grüne Blätter haben. Ein kleiner Trick: Wenn sich das Blatt in der Mitte ohne Probleme herausziehen lässt, ist die Ananas reif. Gelagert werden sollte sie, wie andere exotischen Früchte, bei Zimmertemperatur. Angeschnitten hält sie sich im Kühlschrank allerdings besser.

Äpfel lagern

Äpfel sind Kälte gewöhnt. Es schadet also nicht Äpfel im Kühlschrank aufzubewahren. Dort halten sie sich etwas länger als bei Zimmertemperatur. Im Kühlschrank sollten sie in einer offenen Plastiktüte gelagert werden. So fangen sie nicht an zu faulen und verlieren gleichzeitig weniger Wasser.

Bananen lagern

Bananen sollten auf keinen Fall im Kühlschrank gelagert werden, denn dort verlieren sie an Geschmack und werden matschig und braun. Bei Zimmertemperatur halten sie sich bis zu einer Woche lang

Beeren lagern

Alle Arten von Beeren haben nur einen kurzen Haltbarkeitszeitraum, was bedeutet, dass man sie so schnell wie möglich verzehren sollte. Im Kühlschrank halten sie sich circa zwei Tage. Man sollte darauf achten, dass die Beeren nicht zu sehr aufeinander drücken, da sich dadurch Schimmelsporen schneller verbreiten können.

Mango lagern

Mangos wie andere exotische Früchte nicht im Kühlschrank aufbewahren, da sie sonst einen Kälteschock erleiden, welche sie schneller verderben lässt.

Melone lagern

Um eine perfekte saftige Melone zu bekommen, klopfen viele Menschen im Supermarkt gegen die Schale und „erhöhren“ wie frisch die Melone wohl ist. Kleiner Tipp: Das bringt gar nichts. Man sollte lieber halbierte Melonen kaufen, denn dort kann man sich das Fruchtfleisch schon vor dem Kauf ansehen. Ist es knallrot und hat keine dunkelroten Flecken ist die Melone genau richtig. Allerdings kann sich eine angeschnittene Melone nur 2-3 Tage im Kühlschrank halten, während eine ganze Melone auch ohne Kühlung für über eine Woche haltbar ist.

Steinobst lagern

Steinobst ist zwar im Kühlschrank vor Fruchtfliegen geschützt, allerdings verliert es durch die Kälte etwas an Aroma.

Zitrusfrüchte lagern

Zitrusfrüchte verlieren im Kühlschrank an Aroma und sind nicht länger haltbar.
Generell gilt, dass angeschnittenes Obst im Kühlschrank besser ausgehoben ist und dort noch circa 2 Tage haltbar bleibt. Man sollte es allerdings circa eine Stunde vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank herausnehmen, damit sich das Aroma entfalten kann.

Kartoffeln lagern

Die ideale Vorratshaltung von Gemüse

Viele Gemüsesorten halten länger frisch, wenn sie gekühlt aufbewahrt werden. Achten Sie in jedem Falle darauf, dass Sie den Kühlschrank richtig einräumen. Die Kühlschranktemperatur variiert in den einzelnen Fächern. Das Gemüsefach in Ihrem Kühlschrank ist gut belüftet und bietet somit den idealsten Ort, um Ihr Gemüse lange frisch zu halten.

Avocado lagern

Hier gilt: Je dunkler die Schale desto reifer die Avocado. Sie reift auch nach der Ernte weiter, weshalb zu empfehlen wäre, eine Avocado zu kaufen, deren Schale noch nicht schwarz ist. Denn ist das Fruchtfleisch bereits beim Kauf sehr weich, ist das Risiko hoch, dass die Avocado bereits ungenießbare Druckstellen hat. Empfehlenswert ist die Avocado einige Tage Zuhause nachreifen zu lassen und dann zu verzehren. Der Reifungsprozess kann für einige Zeit unterbunden werden, wenn man die Avocado in den Kühlschrank legt, was auch für eine angeschnittene zu empfehlen ist.

Avokado

Brokkoli lagern

Brokkoli hält sich am längsten im Gemüsefach des Kühlschranks.

Fruchtgemüse lagern

Zucchini, Aubergine, Paprika und Gurke halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks circa eine Woche. Da die Gemüsesorten sehr wasserhaltig sind, würden sie bei Zimmertemperatur mehr Wasser abgeben und somit schneller verschrumpeln.

Kartoffeln lagern

Kartoffeln sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden. Ein trockener, luftiger und ganz besonders wichtig dunkler Ort ist für Kartoffeln perfekt. Durch zu viel Licht bilden Kartoffeln den giftigen Stoff Solanin und bekommen grüne Stellen. Des Weiteren ist zu beachten, dass Kartoffeln nicht in einer Plastiktüte aufbewahrt werden sollten, denn dort fangen sie schnell an zu faulen.

Kohl lagern

Ob Blumenkohl, Rotkohl oder Grünkohl, im Kühlschrank ist er am besten aufgehoben.

Lauch lagern

Lauch hält sich im Kühlschrank circa fünf Tage.

Möhren lagern

Möhren sollte man, wie anderes Wurzelgemüse, im Kühlschrank aufbewahren. Allerdings ist hier besonders wichtig, dass sie viel Sauerstoff bekommen, ansonsten färben sie sich schnell schwarz und sind nicht mehr genießbar.

Pilze lagern

Pilze jeglicher Art fangen sehr schnell an zu schimmeln. Man sollte sie deswegen so schnell wie möglich verzehren. In einer luftdurchlässigen Papiertüte oder im Geschirrtuch eingewickelt halten sich im Kühlschrank circa 2 Tage.

Salat lagern

Salat ist nicht besonders lange haltbar. Um zu vermeiden, dass er durch Wasserverlust braun wird, sollte man ihn auf feuchtem Küchenpapier und in einer Plastiktüte oder –dose aufbewahren. Dasselbe gilt übrigens auch für Spinat.

Spargel lagern

Spargel sollte man lediglich in ein Küchentuch wickeln und im Kühlschrank aufbewahren.

Zwiebeln lagern

Je schärfer die Zwiebel ist, desto länger ist sie haltbar. Allerdings halten sich Zwiebeln bei der richtigen Lagerung generell sehr lang. Man sollte sie dunkel, trocken und kühl lagern, allerdings nicht mit den Kartoffeln zusammen, denn diese entziehen den Zwiebeln Wasser und fangen an zu faulen.

Was man außerdem zur richtigen Vorratshaltung und Lagerung von Obst und Gemüse wissen sollte, ist, dass bestimmte Sorten das Reifegas Ethylen absondern und andere wiederum sehr empfindlich darauf reagieren. Ganz besonders viel Ethylen geben Äpfel, Birnen, Avocados und Tomaten ab. Man sollte diese Obst- beziehungsweise Gemüsesorten also nicht direkt neben anderen lagern, da diese das Ethylen aufnehmen und somit schneller faulen. Zu Nutzen machen kann man sich das Gas allerdings ebenfalls, indem man zum Beispiel eine unreife Kiwi neben eine Avocado legt. Die Kiwi wird nun ebenfalls schneller reif.

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Redakteur: Anna Heinze

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