Ist das Lebensmittel online kaufen umweltfreundlich?

Ob Lebensmittel online kaufen besser oder schlechter, nachhaltig oder schädlich ist, ist schwer zu beantworten: Wir haben uns mit der Frage auseinandergesetzt und das Für und Wider beleuchtet.

Ist online Shopping allgemein umweltfreundlich?

Das Online Shopping als Massenphänomen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und gleichzeitig die Art verändert, wie wir einkaufen. Wir müssen nicht mehr stundenlang im Laden stehen, verschiedene Kleidungsstücke anprobieren und uns dabei Sorgen darum machen, ob die Hose wohl zu Hause immer noch so gut wie im Laden aussieht oder ob der Spiegel uns etwas vormacht. Heute kann uns das egal sein, weil wir den unangenehmen Weg zurück zum Geschäft gar nicht mehr auf uns nehmen müssen. Es genügen ein paar Klicks und schon ist die Ware – oft auch noch gratis – auf dem Rückweg.

Darüber, dass diese Art des Online-Shoppings aufgrund der massiven Zunahme von Lieferwegen (Statt nur vom Produzent zum Geschäft werden die Klamotten zwischen tausenden von Kunden und Annahmestellen hin und her geschickt) problematisch für die Umwelt ist, muss man wohl kaum diskutieren. Nun wird aber seit einiger Zeit auch der Online-Handel mit Lebensmitteln immer größer. Sehr auffällig sind im Moment zum Beispiel die vielen Werbekampagnen von Rewe zu deren online Angebot – aber wie steht es mit Lebensmittel Versand und dem Lebensmittel Online Einkauf? Wie sieht hier die Umwelt-Bilanz aus?

Die Pros – Was für das Lebensmittel online kaufen spricht

Wie bei so vielen Dingen im Leben ist die Frage, ob online einkaufen umweltfreundlich ist, eine, die nicht pauschal beantwortet werden kann. Es kommt vor allem auf das persönliche Verhalten der Shopper an und darauf, bewusst zu kaufen und zu konsumieren. Außerdem gibt es viele verschiedene Anbieter, die unterschiedlich arbeiten.

• Autofahrten können insgesamt reduziert werden
Anstatt dass 50 Menschen mit ihren Autos zu einem Supermarkt und wieder nach Hause fahren, fährt ein einzelner Lieferant eine Strecke ab und beliefert eben diese 50 Menschen – so wird die Anzahl an gefahren Kilometern drastisch reduziert.

• CO2-Bilanz verbessert sich weiter mit dem Einsatz der richtigen Fahrzeuge
Wenn die Lieferdienste dann auch noch Erdgas- oder Elektrofahrzeuge zum Einsatz bringen, verstärkt sich der oben genannte Effekt sogar noch einmal.

• Vorteile für eingeschränkte Personen
Dieser Punkt bezieht sich zwar nicht direkt auf den Umwelt-Faktor, was aber auf jeden Fall für das Online Shopping von Lebensmitteln als Ganzes spricht, ist, dass körperlich eingeschränkten Menschen der Alltag um ein Vielfaches erleichtert wird.

Die Contras – Was gegen das Lebensmittel online kaufen spricht

Zu allen oben genannten Punkten gibt es auch eine gegensätzliche Perspektive, wodurch jeder für sich entscheiden muss, ob der Online-Lebensmittel-Einkauf für ihn sinnvoll ist.

• Autofahrten können auch mehr werden
Wenn die schon oben erwähnten 50 Menschen ihre Einkäufe normalerweise mit dem Rad erledigen oder auf dem Weg mit dem Auto zurück von der Arbeit, dann werden durch den online Kauf von Lebensmitteln nur zusätzliche Autofahrten produziert. Gleiches gilt, wenn später doch noch Produkte nachgekauft werden müssen, die in der Bestellung vergessen wurden.

• Problematische Verpackungen
Was ebenfalls eine zusätzliche Belastung für die Umwelt bedeutet und bisher nicht nachhaltig umgesetzt werden kann, ist die aufwendige Verpackung vieler kühlbedürftiger Produkte. Diese ist bei dem kürzeren Einkaufsweg vom Supermarkt zur eigenen Haustür nicht in dieser Form notwendig.

• Wir kommen nicht mehr vor die Tür
Wieder ein Punkt, der sich nicht unbedingt auf die Umwelt bezieht aber, wenn man von der Jeans bis zur Apfelsine absolut alles im Internet erwirbt, dann fallen mit Sicherheit 50% der Gründe weg, die uns im Alltag vor die Haustür bringen. Für unsere Gesundheit ist das mit Sicherheit nicht vorteilhaft.

Welche Anbieter legen am meisten Wert auf ihre Umwelt Bilanz?

Abschließend muss man auch festhalten, dass es zwischen den verschiedenen Anbietern, zum Beispiel was die Verpackung angeht, große Unterschiede gibt. Wir haben uns drei der größten Lieferer herausgesucht, um sie zu vergleichen.

• Rewe
Rewe schneidet in den meisten Tests sehr gut ab und bringt viele Vorteile mit sich. So hat Rewe seinen eigenen Lieferdienst und arbeitet nicht über Zwischenhändler, somit übernimmt der Supermarkt selbst die Verantwortung für Frische und pünktliche Lieferung der Ware. Dabei nutzt Rewe zu großen Teilen (nicht ausschließlich) ökologisch vertretbare Papiertüten, die dafür aber auch beim Kunden liegen bleiben.

• Mytime.de
Kühl- und Tiefkühlprodukte werden hier in separaten Styroporboxen geliefert, auf die man einen Pfandbetrag bezahlt, den man zurückbekommt, wenn man sie dem DHL Fahrer wieder mitgibt. Das ist zwar zusätzlicher Aufwand aber auch ökologisch vertretbarer als das Wegwerfen von Verpackungen. Trotzdem fällt hier viel Müll an. MyTime.de liefert in großen Kisten, in denen noch zusätzliches Verpackungsmaterial liegt.

• real,- DRIVE
Der Lieferservice von real,- ist im Rahmen der Möglichkeiten ebenfalls umweltfreundlich. Die Ware wird in ökologischen Tüten verpackt und versiegelt, es fällt nicht viel Müll an. Außerdem werden Pfandflaschen bei der nächsten Bestellung wieder mit abgeholt.

Fazit
Man kann die Frage, ob der online Lebensmittelkauf umweltfreundlich ist, nicht für alle Menschen auf einmal beantworten. Wer für seine Familie am Wochenende zwei Touren zum Supermarkt macht, sollte sich sicher einmal darüber Gedanken machen, ob er diese Zeit nicht lieber mit besagter Familie verbringen möchte und die Nahrungsmittel liefern lässt.
Wer allerdings regelmäßig einfach keine Lust hat, aus dem Haus zu gehen und lieber von Amazon Fresh bestellt als zu dem fünf Minuten entfernten Supermarkt zu laufen, sollte sich ebenfalls Gedanken über seine Prioritäten machen.

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Bildquelle: Vielen Dank an Andreas160578 für das Bild (© Andreas160578/www.pixabay.com).

Redakteur: Stephan Gert

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