Lebensmittelallergie – Wenn Essen zur Herausforderung wird

Juckreiz, Hautausschlag, Durchfall, Bauchschmerzen oder sogar Erbrechen – das alles können typische Symptome einer Lebensmittelallergie sein. Laut einer Havard-Studie leiden rund 4 % der Bevölkerung an einer solchen Allergie. Doch wie erkennt man, dass es sich bei bestimmten Symptomen um eine Lebensmittelallergie handelt und wie geht man dagegen vor?

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Lebensmittelallergie, schätzt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Die Experten vermuten, dass sich der Wert in den letzten 10 Jahren verdoppelte. Für Betroffene werden die Mahlzeiten täglich zu einer neuen Herausforderung.

Was ist eine Lebensmittelallergie?

Eine Lebensmittelallergie ist eine Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems. Harmlose Stoffe wie z. B. Eiweiß werden als gefährlich eingestuft und vom Immunsystem abgewehrt. Diese Stoffe nennt man Allergene.

Was viele nicht wissen: Eine Lebensmittelallergie ist nicht dasselbe wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz), auch wenn sich die Symptome oft ähneln. Die Ursache einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist eine Störung des Stoffwechsels. Das passiert, wenn im Körper bestimmte Enzyme fehlen und die Nährstoffe somit nicht richtig aufgenommen werden können. So fehlt dem Körper bei einer Laktoseintoleranz beispielsweise die Laktase, welche den Milchzucker zerlegt. Betroffene leiden daher nach dem Konsum von laktosehaltigen Lebensmitteln an Bauchschmerzen oder Durchfall. Eine Lebensmittelallergie wird hingegen vom Immunsystem ausgelöst und ist eine Abwehrreaktion des Körpers.

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Erste Anzeichen einer Lebensmittelallergie

Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie können bei jedem auf unterschiedliche Weise auftreten. Mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt, zeigt sich eine allergische Reaktion als Schwellung der Schleimhäute im Mund- oder Nasenbereich, Anschwellen der Zunge bis hin zu Übelkeit, Durchfall oder Hautausschlag. Auch nicht auf den ersten Blick als allergische Reaktion erkennbare Symptome können auf eine Lebensmittelallergie hinweisen. Darunter zählen zum Beispiel Kreislaufversagen, Atemnot und daraus resultierendes allergisches Asthma.

Häufig zeigt sich eine solche Reaktion direkt unmittelbar nach dem Konsum als sog. Sofortreaktion. Allerdings sind auch Spätreaktionen nach bis zu 20 Stunden möglich.

Doch welche Nahrungsmittel lösen eine solche allergische Reaktion aus? Auch das ist individuell sehr unterschiedlich. Nahezu jedes Produkt kann eine Nahrungsmittelallergie auslösen.
Produkte, bei denen häufig allergische Reaktionen auftreten sind:

• Milchprodukte
• Getreide
• Nüsse
• Eier
• Meeresfrüchte wie Krusten- und Schalentiere
• Fisch
• verschiedene Obst- und Gemüsesorten
• Soja
• Gewürze
• verschiedene Samen

Diagnostizierung einer Lebensmittelallergie

Sollten allergische Reaktionen über einen längeren Zeitraum regelmäßig bei Einnahme eines bestimmten Produkts auftreten, lässt das auf eine Lebensmittelallergie schließen. Sicherheit bringt allerdings nur ein Allergietest, der von einem zuständigen Arzt oder Allergologen vollzogen wird. Ein Allergietest kann sowohl in Form eines Hauttests als auch anhand einer Blutprobe durchgeführt werden.

Ein erster Hinweis bei der Diagnose einer Allergie ist die Anamnese. Ein Arzt analysiert die allergologische Krankheitsvorgeschichte des Betroffenen und schließt so auf mögliche Stoffe, die die allergische Reaktion ausgelöst haben könnten. Auch das Führen eines Ernährungstagebuchs kann beim Bestimmen einer Allergie hilfreich sein.

Beim Hauttest, dem sog. Prick-Test, werden Lösungen verschiedener Stoffe auf die Haut getropft. Zeigt sich eine allergische Reaktion, ist eine Lebensmittelallergie nachgewiesen.

Auch durch Bluttests, die an ein Labor geschickt und dort untersucht werden, können Allergien festgestellt werden. Bluttests werden unter anderem oft bei Säuglingen durchgeführt, um diese vor Stress zu bewahren.

Wie entsteht eine allergische Reaktion?

Hat das Immunsystem bei erstmaligem Kontakt einen Stoff als gefährlich eingestuft, bilden sich Antikörper. Das Allergen wird nun wie ein Krankheitserreger behandelt und vom Immunsystem bekämpft.

Die Antikörper speichern die Informationen des vermeidlich schädlichen Stoffes ab und erkennen diesen bei erneutem Kontakt wieder. Auf diese Weise wird bei jedem Kontakt mit dem Allergen eine Abwehrreaktion ausgelöst. Diese nehmen wir dann als allergische Reaktion wahr.

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Wie geht man gegen eine solche Allergie vor? Worauf sollten Allergiker achten?

Je nach Ausmaß ist ein unterschiedlicher Umgang mit einer Lebensmittelallergie erforderlich. Bei schwacher allergischer Reaktion reicht das Vermeiden des Kontakts mit dem jeweiligen Allergen.

Zeigt sich jedoch eine stärkere allergische Reaktion, ist die zusätzliche Einnahme von Medikamenten ratsam. Noch vor einigen Jahren galten Allergien als nicht heilbar. Heute können allergische Reaktionen allerdings sehr gut durch verschiedene Medikamente gelindert oder sogar ganz unterdrückt werden.

Die Menge der einzunehmenden Medikamente sollte im Voraus durch den behandelnden Arzt bestimmt werden.
Grundsätzlich unterteilen Mediziner die sog. Anti-Allergika in folgende Gruppen:

H1-Antihistaminika: Dieses Medikament verdrängt den allergieauslösenden Stoff Histamin, welcher für Symptome wie Juckreiz oder Hautrötungen verantwortlich ist. H1-Antihistaminika sind als Augentropfen, Nasenspray oder Tabletten erhältlich und können gezielt an betroffenen Körperstellen eingesetzt werden.

Mastzellstabilisatoren: Mastzellstabilisatoren sind Medikamente, die vorbeugend eingesetzt werden. Sie verhindern, dass das Histamin überhaupt freigesetzt wird.

Glucocorticoide (Cortison): Bekannt unter dem Namen Cortison, unterdrückt dieser Wirkstoff das Immunsystem und damit die Abwehrreaktion des Körpers. Während dies einerseits die allergischen Reaktionen unterdrückt, verhindert Cortison andererseits wichtige Abwehrprozesse gegen Krankheitserreger. Der Wirkstoff hat also eine generelle Schwächung des Immunsystems zur Folge. Die eingenommene Dosis sollte daher möglichst gering gehalten und eine langfristige Einnahme vermieden werden.

Hyposensibilisierung: Das Verfahren verspricht langanhaltende Besserung, nimmt aber auch etwas Zeit in Anspruch. Dem Körper wird dabei über den Zeitraum von mehreren Jahren ein allergieauslösendes Mittel gespritzt. Das Immunsystem gewöhnt sich mit der Zeit an das Allergen und die allergischen Reaktionen werden zunehmend schwächer. Diese Methode erwies sich bei rund 80% der Allergiker als wirksam.

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