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Lebensmittelvergiftung: die Gefahr im Essen

Eine Lebensmittelvergiftung kann sich auf unterschiedliche Formen bemerkbar machen: Bauchschmerzen, Übelkeit oder Fieber. Wie Sie die Anzeichen dieser Erkrankung frühzeitig erkennen, was Sie tun können und wie Sie einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen, lesen Sie hier.

„Oh je, ich glaub ich hab was Falsches gegessen.“ Schon zieht sich der Magen zusammen und Schwindelgefühle machen sich bemerkbar. Grund für das unangenehme Gefühl im Bauch, Durchfall und Erbrechen sind häufig Keime im Essen. Die Folge ist dann eine Lebensmittelvergiftung. Hat der Fisch Sie vielleicht halb angelächelt oder schimmerte das Fleisch im Nachhinein doch eher unheilvoll als schön bunt? Ist das Essen von Keimen befallen, kann eine Lebensmittelvergiftung die Folge sein. Unter diesem Begriff werden rund 200 verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, welche in schwerwiegenden Fällen jährlich fast 350.000 Menschen weltweit das Leben kosten. Schuld daran sind meist mangelnde Hygiene und verschmutztes Trinkwasser. Besonders häufig erkranken Menschen deshalb in ärmeren Regionen, an einer Lebensmittelvergiftung. Doch auch hierzulande kann es zu keimbelasteter Nahrung und damit zusammenhängenden Lebensmittelvergiftungen kommen. Wir klären für Sie Symptome, Dauer, Ansteckungsgefahr und welche Hausmittel helfen können.

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Unter Lebensmittelvergiftungen versteht man verschiedene Nahrungsunverträglichkeiten. Ausgelöst werden diese von toxischen Inhaltsstoffen in den Lebensmitteln, anders als z.B. bei Allergien. Dabei kann das jeweilige Essen durch Bakterien, Parasiten, Toxine oder auch Chemikalien belastet sein. Grund hierfür sind mangelnde Hygiene bei der Aufbewahrung oder Zubereitung sowie Fehler bei der Produktion.

Lebensmittelvergiftung: Sammelbegriff unterschiedlicher Magen-Darm-Erkrankungen

Obwohl viele das gleiche unter dem Begriff Lebensmittelvergiftung verstehen, wird zwischen Lebensmittelvergiftung bzw. Lebensmittelintoxikation und Lebensmittelinfektion unterschieden. Der Begriff Lebensmittelvergiftung umschreibt dabei zunächst den Zustand, wenn sich die Keime bereits in dem Lebensmittel selbst vermehren konnten. Vergiftungen entstehen dabei anschließend im Körper durch die Stoffwechselprodukte und nicht die Keime selbst. Diese kann z.B. durch den Verzehr eines faulen Lebensmittels, wie bei Obst verursacht werden.

Zudem kann es sein, dass die Erreger ebenfalls durch die Nahrung in den Verdauungstrakt gelangen, sich jedoch erst hier vermehren und so für unangenehme Konsequenzen sorgen. Dabei nutzen sie das Nahrungsmittel sozusagen lediglich als Transporthilfe und bilden dann selbst den Giftstoff, der anschließend zur Lebensmittelvergiftung führt. Ist das Essen in dieser Form belastet, so spricht man von einer potenziell ansteckenden Lebensmittelinfektion. Grund hierfür sind z.B. Salmonellen. Leider sieht man dabei den Lebensmitteln vorher oft nicht an, ob Sie von Keimen befallen sind.

Auslöser einer Lebensmittelvergiftung im größeren Sinne (inklusive Lebensmittelinfektion) sind vor allem Bakterien. Aber auch beispielsweise Pilze, Pflanzen- oder Metallteile können verantwortlich sein für die unangenehme Erkrankung.

Erste Anzeichen und Symptome einer Lebensmittelvergiftung: Fieber, Erbrechen und Durchfall

Obwohl die Auslöser einer Lebensmittelvergiftung unterschiedlich sein können, reagiert der Körper meist ähnlich. Grund hierfür ist, dass er das Gift wieder loswerden möchte.

Deshalb sind die häufigsten Symptome:

• Übelkeit

• Bauch- und Darmkrämpfe

• Erbrechen und Durchfall

• Fieber

Erfolgt die Erkrankung durch den Verzehr von Pilzen sind Toxine, welche ebenfalls in manchen Fischen enthalten sein können, verantwortlich für verstärkte Symptome der fieberähnlichen Zustände wie Schüttelfrost oder Schwindel. Sogar Wahrnehmungsstörungen können eintreten und Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung sein.

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© derneuemann/pixabay.com

Krankheitsverlauf einer Lebensmittelvergiftung: Wann muss ich zum Arzt? Dauer und Ansteckungsgefahr

Das Spektrum an Lebensmittelvergiftungen ist groß. Deshalb kann auch der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein. Meistens merkt man die Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung bereits unmittelbar nach dem Essen, manchmal jedoch auch erst nach wenigen Tagen. In vielen Fällen verläuft sie nicht besonders schwerwiegend und ist auch innerhalb dieser Dauer wieder vergangen.

In Fällen der Lebensmittelinfektion entsteht die Erkrankung durch Bakterien, z.B. E-Coli Bakterien, welche anschließend oral-fäkal ansteckend sind. Von Mensch zu Mensch erfolgt dies meist über Köperkontakt oder geteilte hygienische Einrichtungen wie die Toilette. Feststellen lässt sich diese ansteckende Form der Lebensmittelvergiftung, wenn beispielsweise ebenfalls Personen erkrankt sind, die nichts von der Erregerquelle, also dem jeweiligen Nahrungsmittel gegessen haben. Trifft dies zu, sollte, wie bei allen Tröpfcheninfektionen, der Kontakt zu kontaminierten Türgriffen etc. vermieden und diese regelmäßig desinfiziert werden. Besonders anfällig für eine ansteckende Lebensmittelvergiftung sind Kinder, Schwangere oder ältere Menschen, da sie ein schwächeres Immunsystem haben.

Arztbesuch: Bei langer Dauer und ansteckenden Formen der Lebensmittelvergiftung

Wichtig ist eine genaue Zuordnung des Krankheitserregers einer Lebensmittelvergiftung. Nur so kann eine gezielte Behandlung gewährleistet werden. Zudem kann es sein, dass die Lebensmittelvergiftung beim Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Dies trifft z.B. dann zu, wenn die betroffene Person in einem Lebensmittelunternehmen arbeitet oder ein epidemiologischer Zusammenhang vermutet wird, also eine ungewöhnlich schnelle Verbreitung der Krankheit.

Sollten Sie innerhalb von 24 Stunden mehr als 10 Mal unter Durchfall oder Erbrechen leiden, treten auch andere Symptome einer Lebensmittelvergiftung, wie Fieber verstärkt auf oder lässt sich auch nach mehreren Tagen Krankheitsdauer keine Besserung feststellen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Eine zu spät erfolgte Behandlung kann ansonsten zu Kreislaufzusammenbrüchen, Blutvergiftungen oder sogar Organversagen führen. Aber keine Sorge: Ein Krankenhausbesuch ist nur in seltenen Fällen einer Lebensmittelvergiftung wirklich notwendig.

Behandlung: Welche Hausmittel helfen? Was kann ich mit einer Lebensmittelvergiftung noch essen?

Treten die Symptome der Lebensmittelvergiftung in leichterer Form auf, dauert sie wie bereits zuvor erwähnt nicht lange an und ist häufig innerhalb weniger Tage wieder verschwunden. Sollten Sie also erste Anzeichen bei sich feststellen und nicht gleich den Arzt aufsuchen wollen, so können Sie auch mit einigen Hausmitteln die Lebensmittelvergiftung behandeln.

Eine leichte Ernährung: Schonen Sie Ihren Magen und essen Sie nur leicht Verdauliches, z.B. Zwieback oder Weißbrot. Auch geriebene Äpfel und Bananen helfen dabei, den Nährstoffhaushalt zu erhalten.

Kein Kaffe, Wein oder Zigaretten: Koffein, Alkohol und Nikotin sind Reizstoffe und sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

Viel Trinken (nicht nur Wasser): Durch die auftretenden Anzeichen und Auswirkungen einer Lebensmittelvergiftung verlieren Sie viel Flüssigkeit und sind insgesamt geschwächt. Dem Körper fehlen meist wichtige Mineralien bzw. Elektrolyte. Viel zu Trinken ist deshalb sehr wichtig, bevorzugt Tee oder Saft und nicht bloß Wasser.

Selbstgemachtes Elektrolyte-Getränk: Wenn Ihnen der Tee noch nicht genug Kraft gibt und Sie sich den Gang in die Apotheke sparen wollen, um sich ein Elektrolyte-Pulver zu kaufen, können Sie dieses Hausmittel auch selbstständig zubereiten. Hierfür geben Sie sechs Teelöffel Zucker und einen halben Teelöffel Salz auf einen Liter warmes Wasser- Anschließend gut verrühren und zimmerwarm trinken.

Ruhe: Hausmittel ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen. Bleiben Sie Zuhause, legen Sie sich ins Bett und sparen Sie ihre Kräfte.

Einer Lebensmittelvergiftung vorbeugen: Welche Lebensmittel führen zu einer Erkrankung und wie kann ich das Ansteckungsrisiko verringern?

Das A und O bei der Vermeidung von Lebensmittelvergiftungen ist die Einhaltung gewisser Hygienemaßnahmen. Durch simple Schritte können Sie den Keimen dabei leicht ein Ende setzen. Dazu gehört z.B. das Händewaschen vor und nach dem Kochen, sowie das Abwaschen und Abtrocknen der Lebensmittel. Häufiges Wechseln und Reinigen von Lappen, Schwämmen und Handtüchern sollte dabei auch nicht vernachlässigt werden. Befinden sich auf Pfannen und Töpfen bereits Kratzspuren, können sich hierdurch Metallteile lösen und so eine Lebensmittelvergiftung auslösen. Auch Konservendosen, die sich bereits verdächtig wölben, sollten lieber verschlossen bleiben.

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Vorsicht bei tierischen Produkten und langen Transportwegen

Bakterien, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen, finden sich in verunreinigtem Trinkwasser und vor allem in rohem Fleisch, rohen Eiern, Milch, Weichkäse oder anderen tierischen Produkten wieder. Sie sind besonders schnell verderblich. Diese Lebensmittel sollten deshalb stets kühl gelagert und vor dem Verzehr gründlich erhitzt werden, um eine Lebensmittelvergiftung zu vermeiden. Befinden Sie sich zudem in einem Land mit schlechteren Hygienestandards, sollten Sie nur abgekochtes oder in Flaschen versiegeltes Wasser trinken.

Neben Bakterien können auch weitere Giftquellen zu einer Lebensmittelvergiftung führen. Diese können sich vor allem in bestimmten Fischen, Pilzen und Pflanzen befinden. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie die Pilzart genau kennen, bevor Sie sie essen. Riecht ein Fisch seltsam, ist dies nie ein gutes Zeichen. Bei Meeresfrüchten ist es besonders wichtig, dass die Kühlkette zwischen Fang und Verzehr nicht unterbrochen wurde. In manchen Pflanzen bildet sich zudem Solanin, ein Gift, dass bei Kartoffeln z.B. durch grüne Stellen erkennbar. Durch diese Sichtbarkeit kann das Risiko für eine Lebensmittelvergiftung somit einfach vermieden werden.

Viele verschiedene und lange Produktions- und Transportwege steigern insgesamt das Risiko einer Verunreinigung des Essens und somit auch einer Lebensmittelvergiftung. Transparenz und Verlässlichkeit ist deshalb vor allem bei Lebensmitteln mit vielen Produktionsschritten wie bei Tiefkühlprodukten gefragt. Eine Orientierung für Qualitätsmerkmale können verschiedene Lebensmittel-Siegel bieten. Zur Vermeidung einer Lebensmittelvergiftung sollten Sie aus diesem Grund darauf achten Lebensmittel aus verlässlichen Quellen und möglichst frisch zu verzehren. Eine Übersicht regionaler Anbieter haben wir deshalb hier in einem Vergleich für Sie bereitgestellt.

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Vielen Dank für das Titelbild an © moreharmony/pixabay.com!

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