Nachhaltig lidl ökologisch

Supermärkte bemühen sich, ökologisch und nachhaltig zur werden

Edeka und Rewe versuchen schon lange, sich einen modernen, fairen Anstrich zu verpassen und nachhaltig zu sein. Jetzt werden – gerade im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz – auch Discounter wie Aldi und Lidl ökologisch.

Rewe als Vorreiter

Zu einem der größten Vorreiter unter den Supermärkten in Sachen ökologische Produktion von Gütern zählt mit Sicherheit Rewe. Die Supermarkt-Kette arbeitet schon seit einigen Jahren mit eigenen Produktreihen und versichert Kunden zum Beispiel durch das „Pro Planet“ Label, dass diese aus einer kontrollierten, nachhaltigen Produktionskette kommen. Man versucht also ein Image als ökologischer Supermarkt aufzubauen. Nach eigenen Angaben investiert Rewe vor allem um die Energieeffizienz zu erhöhen, klimarelevante Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Zudem begann REWE bereits im Sommer 2016 mit der Abschaffung der Plastiktüte. Mittlerweile können Kunden in den Rewe Filialen stattdessen auf kostenpflichtige Einkaufskartons und Einkaufstaschen aus Pappe oder Textil zurückgreifen. Auch Lidl folgte diesem Beispiel Anfang 2017. Am 16.02.2017 entschied auch die Supermarktkette Penny keine Plastiktüten mehr in den Filialen anzubieten.

Wird Lidl Ökologisch? Der Discounter will bei Kühen auf Gentechnik verzichten

Neue Entwicklungen gibt es beim Anbieter Lidl, der auch schon in anderen Bereichen versucht, moderner zu werden. Das zeigt sich zum Beispiel an vielen, in den letzten Jahren renovierten und sanierten Filialen. Auch No-Name Produkte werden hübscher, Sonderaktionen werden schicker präsentiert. Nüsse kann man sich mittlerweile selber „frisch“ in eine Tüte schaufeln.

Nun möchte Lidl auch im Bereich Nachhaltigkeit und Ökologie sein Image verbessern und verzichtet – zunächst nur für die Eigenmarke „Milbona“ – seit neuestem auf die Verwendung von genetisch verändertem Futter für die Milchproduktion. Für das Image als ökologischer Supermarkt ist das Unternehmen bereit, viel Geld zu zahlen, auch wenn sich keine genaue Summe benennen lässt. Denn: die sowieso unter den dauerhaft niedrigen Milchpreisen leidenden Bauern müssen nun noch beim Futter mehr zahlen, Lidl will die Landwirte aber dafür kompensieren und Zuschläge zahlen. Der Verbraucher selbst soll nach Angaben von Lidl nichts von den höheren Produktionskosten mitbekommen.

Lidl folgt damit einer Entwicklung, der sich gerade viele Ketten anschließen, insgesamt sind mittlerweile in Deutschland etwa 4000 Produkte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ ausgestattet. Im Herbst sollen nun den Milch- auch die Käseprodukte folgen.

Auch Aldi will nachhaltig werden

Erstmals in der Geschichte des Unternehmens haben Aldi Nord und Aldi Süd dieses Jahr eigene Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht. Damit folgt der Discounter zum Beispiel dem Unternehmen Rewe, bei dem schon seit Jahren regelmäßig Berichte erscheinen.

In den Berichten von Aldi geht es zum Beispiel darum, wie sich das Unternehmen darum bemüht, Nahrungsmittel zurückzuverfolgen, um zeigen zu können, welche sozialen und ökologischen Standards in den Lieferketten herrschen und ob nachhaltig gearbeitet wird. Auch Tierschutz und Energieeffizienz sollen so überprüfbar sein.

In Bezug auf diese Fragen baut Aldi Nord momentan ein Team in Asien – von wo bekanntermaßen häufig Berichte, zum Beispiel über schlechte Arbeitsbedingungen, kommen – auf, um eben solche sozialen und ökologischen Standards überprüfen zu können.

Man muss dazu sagen, dass besonders Aldi Nord solche Veränderungen auch nötig hat, da die Kette in Vergleichs-Tests zu der Nachhaltigkeit von Supermärkten meist sehr schlecht abschneidet und in den Augen der Öffentlichkeit keineswegs ein ökologischer Supermarkt ist.

Netto hinkt hinterher

Ein Markt, vom dem man ähnliche Entwicklungen weniger mitbekommt, ist Netto. Zwar begann das Unternehmen 2014 mit dem eröffnen ökologisch gebauter Märkte aber auch diese Entwicklung geht nicht schnell voran. Allerdings: ein Schritt, den der Discounter gemacht hat, betrifft den Verkauf von Bananen. Um sich für nachhaltige Landwirtschaft einzusetzen, bietet die Supermarktkette seit einiger Zeit ausschließlich Biobananen mit Fairtrade-Siegel an.

Fazit

Werden jetzt Discounter wie Aldi und Lidl ökologisch und nachhaltig? Gerade auch die Konzentration auf eigene Marken der verschiedenen Supermarktketten eröffnet großes Potenzial bezüglich der Produktion von fair hergestellten Gütern. Anscheinend wollen einige Anbieter diese Veränderung wirklich nutzen.

In den nächsten Jahren könnte es also tatsächlich möglich werden, sich nachhaltig und verantwortungsvoll zu ernähren, ohne einen Umweg um die großen Discounter machen zu müssen. Allerdings muss das zusätzliche Geld für den vermehrten Produktionsaufwand irgendwoher kommen und wird nicht ewig über die oben erwähnten „Zuschläge“ durch die Unternehmen geregelt werden können. Wahrscheinlich wird man also schlussendlich auch bereit sein müssen, wieder ein wenig mehr für Milch, Fleisch und andere Produkte zu zahlen.

Folgende Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Online Shops für abgelaufene Lebensmittel im Vergleich
REWE Lieferservice: Test und Erfahrungen
Ist das Lebensmittel online kaufen umweltfreundlich?
So gehen Supermärkte mit Lebensmittelresten um
Foodsharing – Der Trend gegen Lebensmittelverschwendung
Trend ohne Verpackung: Müll vermeiden für uns und die Umwelt

 

Bildquelle: Vielen Dank an StockSnap für das Bild (© StockSnap/www.pixabay.com).

 

Redakteur: Stephan Gert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

For security, use of Google's reCAPTCHA service is required which is subject to the Google Privacy Policy and Terms of Use.

If you agree to these terms, please click here.