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Lebensmittel – Woher kommen sie eigentlich?

Heutzutage ist es gar nicht so einfach herauszufinden, woher gewisse Lebensmittel eigentlich kommen, denn nur bei einigen Produkten ist die Angabe des Herkunftslandes erforderlich. Bei manchen Lebensmitteln ist demnach das Herkunftsland leicht herauszubekommen, bei anderen eher schwieriger.
Falls Ihnen die regionale Herkunft besonders wichtig ist, sollten Sie unbedingt auf saisonale Produkte achten. Sie wissen nicht wann welche Obst- und Gemüsesorten Saison haben? Wir zeigen Ihnen, welche Lebensmittel Sie am besten wann einkaufen und warum dies viele Vorteile mit sich bringt.

Bei welchen Lebensmitteln wird das Herkunftsland angegeben?

Lebensmittelskandale sowie nicht-artgerechte Tierhaltungen sorgen dafür, dass sich viele Menschen mit dem Thema „Nahrung und Lebensmittel“ auseinandersetzen. Der Großteil der Verbraucher stellt sich die Frage, woher eigentlich unsere Lebensmittel kommen.

Neben der Lebensmittelkennzeichnung, welche unter anderem Informationen über Zutaten und Nährwerte beinhaltet, ist auch bei einigen Produkten die Kennzeichnung der Herkunft erforderlich.

Handelt es sich bei den Lebensmitteln um verarbeitete Produkte, die aus verschiedenen Zutaten hergestellt worden sind, so besteht keine Pflicht einer Herkunftskennzeichnung. Beim Apfelsaft muss demnach nicht vermerkt sein, aus welchem Land die Früchte stammen.

Die Annahme der meisten Menschen ist, dass dieses heimische Obst garantiert aus EU-Ländern stammen müsste. Doch weit gefehlt: 2011 importierte Deutschland rund 50.000 Tonnen Apfelsaftkonzentrat aus China. Dass die Hygienevorschriften in diesem Land nicht sonderlich streng sind, macht das Ganze problematischer.

Wenn Sie also das nächste Mal bei food.de oder Bringmeister bestellen, halten Sie die Augen bei der Wahl ihrer Produkte offen.
Wir zeigen auf, bei welchen Lebensmitteln eine Herkunftskennzeichnung erforderlich ist:

1. Eier

In der Europäischen Union ist seit 2004 eine einheitliche Kennzeichnung mit Informationen zur Herkunft und Haltung vorgeschrieben. Eine buchstaben- und zifferncodierte Kennzeichnung auf Eierschalen gibt Ihnen Auskunft über Herkunftsland und Haltungsform.

Die erste Nummer des Buchstaben- und Zahlencodes steht dabei für die jeweilige Haltungsform. Ist an erster Stelle des Nummerncodes eine „Null“ gekennzeichnet, so steht dies für eine ökologische Erzeugung. Die „Eins“ an erster Stelle steht für Freilandhaltung, die „Zwei“ für Bodenhaltung und die „Drei“ für Käfighaltung. Ansonsten können Sie auch auf dieser Seite mithilfe des Buchstaben- und Zifferncodes die Herkunft und Haltungsformen erhalten.

2. Fleisch

Bei unverarbeitetem Rindfleisch ist die Herkunftsangabe vorgeschrieben. Handelt es sich jedoch um verarbeitetes Rindfleisch, beispielsweise durch die Zugabe von Salz, muss dieses Fleisch nicht weiter gekennzeichnet werden. Besteht das Fleisch aus Rind- und Schweinefleisch, ist hier eine Kennzeichnung des Herkunftslandes des Rindfleisches Pflicht, es sei denn die Rindfleischmenge beträgt weniger als 50%.

Rindfleisch kommt häufig aus deutschen Landen. Handelt es sich um besondere Spezialitäten, so kommen Herkunftsländer wie die USA, Argentinien oder Brasilien infrage.
Seit April 2015 ist die Herkunftskennzeichnung auch für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch verpflichtend. Diese Pflichtkennzeichnung informiert über das Herkunftsland, der Aufzucht und der Schlachtung. Auch bei diesen Fleischsorten gilt, wie beim Rindfleisch, dass diese unverarbeitet sein müssen.

3. Obst und Gemüse

Bei Obst und Gemüse ist die Herkunftsangabe Pflicht. Doch auch hier gilt: Sind die Produkte bereits verarbeitet, entfällt diese. So ist beispielsweise die Kennzeichnung des Herkunftslandes bei der Erdbeerkonfitüre nicht erforderlich.

Vor 2008 galt: Alle Obst- und Gemüsearten, die in der Europäischen Gemeinschaft von Bedeutung sind, unterlagen den EG-Vermarktungsnormen und mussten demnach über das Herkunftsland informieren. Darunter fielen unter anderem Äpfel, Birnen, Tomaten und Möhren. Andere Obst- und Gemüsearten brauchten wiederum nicht gekennzeichnet werden, wie z.B. Brokkoli, Mango und Ananas.

Seit dem 1. Januar 2008 ist jedoch für fast alle Obst- und Gemüsesorten die Angabe des Herkunftslandes erforderlich, ausgenommen sind lediglich die Speisekartoffeln und reife Bananen.

Aus welchen Ländern werden die meisten Früchte importiert?

Gerade für Vegetarier und Veganer spielt die Auswahl an Obst- und Gemüsesorten eine wichtige Rolle, wobei vor allem die Frische und der Geschmack für viele oberste Priorität haben sollten. Einigen Verbrauchern ist zudem wichtig, aus welchen Ländern bestimmte Früchte kommen.

Früchte aus Deutschland sind eher selten und machen gerade einmal 20% aus. Zurückzuführen ist dies auf das Klima, das den Anbau gewisser Obstsorten unmöglich macht. In südlichen Ländern ist die Produktion wesentlich günstiger, weshalb ausländische Erzeugnisse bevorzugt werden.
So werden viele Obstsorten aus Spanien, Italien oder Frankreich importiert. Darunter zählen vor allem Süßkirschen, Kiwis, Pfirsiche und Tafeltrauben. Importiert wird auch aus Süd- und Mittelamerika. Früchte, wie z.B. Bananen, Ananas oder Mangos werden in diesen Ländern angebaut.

Der Selbstversorgungsgrad an Gemüse mit etwa 46% liegt im Vergleich zum Obst deutlich höher. Gemüse, wie Karotten und Kohl werden meist komplett heimisch angebaut, während Tomaten und Paprika fast immer importiert werden. Die Gemüseimporte aus EU-Ländern macht für Deutschland etwa 92% aus, wobei vor allem die Niederlande, Spanien und Italien die wichtigsten Handelspartner darstellen.

So können Sie regional und saisonal einkaufen

Dass saisonale Lebensmittel frisch und gesund sind, weiß heutzutage fast jeder. Doch welche Vorteile bringen saisonale Lebensmittel noch mit sich? Neben der Stärkung der heimischen Landwirtschaft, wird auch die regionale Wirtschaftskraft gefördert. Hinzu kommt, dass durch die Nachfrage nach regionalen und saisonalen Erzeugnissen, zudem unnötige Lebensmitteltransporte vermieden werden können.
Im folgenden Saisonkalender können Sie sehen, wann welche Obst- und Gemüsesorten in Läden verfügbar sind.

Saisonkalender für Obst und Gemüse

Obst/GemüseHerkunftsortaus heimischem Anbau verfügbarals Lagerware regional verfügbar
ÄpfelZentral- und Westasien

August-NovemberDezember-April
ErdbeerenNordamerikaMai-Juli-
BirnenEurasischer RaumAugust-OktoberNovember-Dezember
HimbeerenEuropa, Nordasien, NordamerikaJuni-August-
WassermelonenAfrikaAugust-September-
Rhabarber AsienApril-Juni

-
BrokkoliKleinasienJuni-Oktober-
KartoffelnSüdamerikaJuni-OktoberNovember-Mai
TomatenSüd- und MittelamerikaJuli-Oktober-
ChampignonsEuropaganzjährig-
Spargel Süd-und Mitteleuropa, VorderasienApril-Juni-
ZucchiniEuropaJuni-Oktober-

Regionale und saisonale Ernährung lohnt sich allemal. Während importierte Ware durch die langen Transportzeiten die Frische des Obstes und des Gemüses verlieren und relativ geschmacksarm sind, profitieren Sie beim Kauf von regionalen und saisonalen Produkten vor allem von der Frische der Lebensmittel. Hinzu kommt, dass Sie durch das saisonale Angebot auf abwechslungsreiche und frische Produkte zurückgreifen und so die einzelnen Obst- und Gemüsesorten intensiver genießen können.

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Bildquelle: Vielen Dank an Couleur für das Bild (© Couleur/pixabay.com)

Redakteur: Darja Kibke

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