Supermarkt einkaufen

Verkaufsstrategien im Supermarkt: So werden Supermärkte geplant

Heute arbeiten Supermärkte mit psychologischen Tricks, damit Kunden mehr einkaufen, als sie eigentlich wollen. Wir zeigen Ihnen die 8 wichtigsten Verkaufsstrategien im Supermarkt und wie Sie diese (zum Teil) umgehen können.

Die 8 größten Verkaufsstrategien im Supermarkt

Mittlerweile bestimmt die Platzierung der Produkte maßgeblich wie viel wir in unseren Einkaufswagen legen. Ein typischer Supermarkt ist als Rundgang oder eine Art Labyrinth aufgebaut. Der Kunde muss eine bestimmte Route begehen, um zur Kasse zu gelangen. Je verworrener der Laufweg des Kunden, desto mehr Produkte kauft er letztendlich ein. Darüber hinaus spielen Elemente wie Geruch, Beleuchtung, Musik sowie Platzierung der Produkte eine maßgebliche Rolle. Diese 8 Verkaufsstrategien im Supermarkt lassen uns mehr kaufen, als wir eigentlich wollen:

Laufweg im Supermarkt

Typischer Laufweg in einem Supermarkt ©sperling-infodesign.de

1. Geruch, Musik & Beleuchtung

Unabhängig von der Produktplatzierung im Markt spielen unbewusste Einflüsse wie Geruch eine wichtige Rolle beim Einkauf. So haben Marktspezialisten herausgefunden, dass vor allem der Geruch von frischem Brot den Appetit des Kunden anregt. Musik wird häufig auf dem Rhythmus des Ruhepuls‘ abgespielt. Die Musik soll uns in Ruhe versetzen, so dass wir uns mehr Zeit für den Einkauf nehmen. Die Beleuchtung spielt besonders bei Obst & Gemüse eine wichtige Rolle. Das passende Licht zu jedem Artikel lässt die Lebensmittel frisch als auch appetitlicher aussehen.

2. Eingang: Obst & Gemüse

Jeder kennt es: Betritt man den Supermarkt, wird man von frischem Obst & Gemüse angelockt. Der Duft und die perfekt abgestimmte Beleuchtung, regen zum Kaufen an. Kühlschränke und Spiegel symbolisieren die Frische des Produkts. Des Weiteren fällt noch etwas auf: eine musikalische Untermalung. Abhängig vom Supermarkt werden aktuelle Hits oder das eigene Radioprogramm abgespielt. Der Supermarkt möchte dem Kunden eine Wohlfühlatmosphäre vermitteln, die zum Bleiben einlädt.

3. Milchprodukte & TK sind immer hinten

Einer der vielen Verkaufsstrategien im Supermarkt ist die Platzierung von Milch- & Tiefkühlprodukten im hinteren Abschnitt des Supermarkts. Die Mehrheit deutscher Kunden kaufen vor allem Milchprodukte. Durch die Platzierung am Ende des Marktes muss der Kunde an vielen anderen Artikeln vorbei. Durch den Aufbau eines spezifischen Laufwegs wird der Kunde auf dem Weg zum Frischeregal an vielen Produkten vorbeigelockt. Im besten Falle nimmt der Kunde einen Artikel mit in seinen Einkaufswagen.

4. Sonderangebote mit Rabatt-Beschilderungen

Die Deutschen sind Sparfüchse und lieben Sonderangebote. Eine Verkaufsstrategie der Supermärkte ist die taktische Platzierung von roten Rabattschildern, die dem Kunden sofort Sparangebote signalisieren sollen. Mit wechselnden Rabatten wird der Kunde immer aufs Neue zum Kaufen angeregt. Vor allem Saisonware wird mit besonderen Pappaufstellern und Sonderangeboten beworben, an denen man als Kunde nicht vorbeikommt. Wochenangebotsartikel werden außerdem gerne im hinteren Teil des Marktes angeboten. Um diese zu erhalten, muss der Kunde an vielen weiteren Artikeln vorbei.

Sonderangebote im Supermarkt

Rabattschilder im Supermarkt ©stevepb/pixabay.com

5. Artikel des täglichen Bedarfs sind im Supermarkt verstreut

Wer mit einer Einkaufsliste in einen neuen Markt gegangen ist, wirrt umher und sucht nach den benötigten Artikeln. Und genau das wollen die Planer der Supermärkte erreichen. In der Regel werden Artikel zwar sortiert aber nicht immer passend nebeneinander platziert. So wird man erneut dazu gebracht, einen Blick in die anderen Regale zu werfen.

6. Quengelware & kleine Artikel an der Supermarktkasse

Im Fachjargon der Supermärkte werden Kaugummis und andere Süßigkeiten an der Kasse als “Quengelware” bezeichnet, weil vor allem Kinder häufig am Ende eines stressigen Einkaufs ihre Eltern um eine Süßigkeit bitten. Jedoch werden durch das Warten an der Supermarktkasse auch normale Erwachsene schwach und greifen zu den kleinen Artikeln an der Kasse. Durch eine längere Wartezeit fällt der Blick des Kunden sehr häufig auf Waren, die in unmittelbarer Nähe stehen. Hier profitiert der Supermarkt durch Impulskäufe. Die zumeist geringen Preise dieser Artikel senken ebenfalls die Hemmschwelle.

7. Konstruktion des Einkaufswagens

Wussten Sie, dass auch ein Einkaufswagen zur Umsatzsteigerung konzipiert wurde? Ein Einkaufswagen läuft nach vorne Spitz zu. Die Neigung der Bodenebenen führt dazu, dass die Artikel immer zum großen Ende des Wagens rollen. Dadurch sieht der Wagen weniger gefüllt aus und wir kaufen mehr ein. Der Kindersitz ist ebenfalls kein Zufall. Wer sein Kind nicht halten muss oder anderweitig zu beschäftigen hat, hat die Hände frei zum Einkaufen. Und haben Sie je bemerkt, dass sich ein Einkaufswagen leichter rollen lässt, wenn er gefüllt ist?

Einkaufswagen im Supermarkt

8. Produktplatzierung im Regal: Die Höhe ist entscheidend!

Typischerweise werden die Plätze im Regal in 4 Zonen eingeteilt. Je nach Blickzone greift der Kunde schneller zu einem Artikel:

Regalzonen im Supermarkt

Regalzonen im Supermarkt ©https://moocit.de/images/4/4b/Regalzonen01.jpg

Reckzone: Höchster Bereich im Regal, hier stehen hochwertige und teure Artikel.

Sichtzone: Hier fällt der Blick als erstes hin. Diese Artikel werden häufiger gekauft. Die Marktleitung will den Absatz dieser Produkte steigern.

Greifzone: Produkte, die sehr gut verkauft werden und den meisten Umsatz bringen sowie Neuheiten.

Bückzone: Artikeln der günstigsten Preislage. Der Kunde muss sich bücken, um die Artikel zu erhalten. Diese Produkte sollen nicht beworben werden. Darunter fallen unter anderem No-Name-Lebensmittel.

Übrigens: In unserer No Name Lebensmittel Liste, zeigen wir Ihnen, welche günstigen Artikel die gleiche Qualität wie Markenprodukte aufweisen.

Wie man NICHT auf die Verkaufsstrategien im Supermarkt hereinfällt

Gut, jetzt wissen wir über die Verkaufssförderungsmaßnahmen Bescheid. Doch wie kann man einem zu hohen Kassenzettel aus dem Weg gehen? Hier sind einige Tipps, die man beim Einkauf beachten sollte:

1. Nicht hungrig in den Supermarkt gehen

Wer hungrig in den Supermarkt geht, kauft statistisch gesehen mehr. Die Begründung ist ganz einfach: Wenn man Hunger hat, ist man anfälliger für die Gerüche von frischem Brot, Fleisch oder andere Nahrungsmittel. Mit vollem Magen kauft es sich günstiger ein.

2. Einkaufsliste erstellen & daran halten

Mit dem Erstellen einer Einkaufsliste ist man weniger der Gefahr von Impulskäufen ausgesetzt. Hält man sich strickt an seine Liste kommt auch weniger in den Einkaufswagen.

3. Sich die Verkaufsstrategien bewusst machen

Der wohl wichtigste Tipp, um sich den Maßnahmen der Supermärkte zu entziehen, ist immer wieder kritisch zu hinterfragen und die genannten Strategien immer im Hinterkopf zu behalten. Kommt ein Produkt in den Wagen, weil ich es brauche oder weil es gerade im Angebot ist? Gibt es in der Bückzone ein Produkt, das genauso gut ist, aber günstiger angeboten wird? Besitzt man nur ein bestimmtes Budget für Essenseinkäufe, hilft das Abwägen ungemein.

4. Lebensmittel online bestellen

Ein anderer Weg ist völlig auf die Tricks der Supermärkte zu verzichten und gleich seine Einkäufe online zu erledigen. In unserem Online Supermarkt Vergleich haben wir die besten Online Supermärkte zusammengestellt. Hier profitieren Sie von derselben Qualität und ersparen sich den teuren Weg zum Supermarkt.

Fazit

Es gibt unzählige Verkaufsstrategien im Supermarkt. Vom Aufbau bis hin zum Einkaufswagen ist jede Produktplatzierung im Supermarkt durchdacht. Mit dem Wissen über die Tricks der Supermärkte sind Sie bereits jetzt schon den anderen Kunden einen Schritt voraus. Achten Sie das nächste Mal darauf, warum Sie sich für einen Artikel entschieden haben. Sie werden merken, dass Sie Produkte gekauft haben, die Sie eigentlich nicht brauchen. Aus diesem Grund ist der Kauf etwa über einen Online Lebensmittel Lieferservice eine super Alternative.

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Bildquelle: Vielen Dank an Alexas für das Bild (© Alexas_Fotos / pixabay.com)

 

Redakteur: Anna Heinze

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