Der typische Aufbau von Supermärkten

Alles was man zum typischen Aufbau von Supermärkten wissen sollte!

Wieso sieht eigentlich jeder Supermarkt gleich aus? Und weshalb liegt das Gemüse stets am Eingang, wo die Tomaten doch andauernd von anderen Lebensmitteln zerquetscht werden? Wir von der online-lebensmittel-lieferservice.de-Redaktion beantworten diese Fragen und präsentieren welche psychologischen Aspekte hinter dem typischen Aufbau der Supermärkte steckt.

Typischer Aufbau der Regale im Supermarkt

Man betritt den Supermarkt und hat sofort eine riesige Auswahl an Gemüse und Obst vor sich. Alles sieht frisch und lecker aus. Selbst wenn man nicht vorhatte Obst zu kaufen sind diese knackigen Äpfel doch echt verlockend. Doch häufig kommt die Frage auf: Wieso steht das Obst und Gemüse immer direkt am Eingang? Die Bananen werden von dem Sauregurkenglas zerdrückt und die Avocado platzt unter der Last der übrigen Lebensmittel auf. Warum werden diese Produkte nicht vor der Kasse platziert, damit man sie am Ende des Einkaufs in den Korb legen kann? Wäre das nicht viel logischer für den typischen Aufbau eines Supermarktes?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach und hat einen psychologischen Sinn. Häufig ist es so, dass Kunden nur schnell einige Kleinigkeiten einkaufen wollen: Ein paar Tomaten, eine Tüte Milch, Schnitzel und Eier beispielsweise. Gestresst kommen sie in den Supermarkt gestürmt und bleiben vor den Tomaten stehen. Da Gemüse und Obst zu den wenigen Lebensmitteln gehören, die nicht in eine Plastikverpackung eingeschweißt sind, haben die Kunden die Möglichkeit die Produkte zu prüfen. Dies geschieht meistens durch Betrachten und Betasten. Dafür muss der Kunde allerdings stehen bleiben. Sein Tempo wird also direkt zu Beginn des Einkaufs gedrosselt. Aus demselben Grund gehören übrigens auch die Kühlschranktüren, die sich nach jedem Griff automatisch wieder schließen, zum typischen Aufbau von Supermärkten.

Von dem Gemüse geht es weiter, denn Milch, Eier und die Schnitzel fehlen schließlich noch. Das Fleisch in der Frischetheke sieht rot und frisch aus. Das liegt vor allem daran, dass es mit rötlichem Licht angestrahlt wird. Aus dem Grund wirkt das Fleisch zu Hause meistens nicht mehr so rosig. Dasselbe gilt übrigens auch für das Obst und Gemüse, nur das in diesem Fall gelbes Licht verwendet wird.

Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot, Kartoffeln und Eier sind grundsätzlich im typischen Aufbau von Supermärkten weit auseinander positioniert. So hat der Kunde eine weitere Strecke zu laufen und hält sich dementsprechend länger im Supermarkt bzw. Discounter auf. Auf der Strecke von A nach B fallen ihm viele weitere Lebensmittel ins Auge, die er wahrscheinlich nicht vorhatte zu kaufen und die er aber aufgrund der Angebote doch in seinen Korb legt.

Ganz hinten im Supermarkt befindet sich typischerweise das Kühlregal. Das liegt daran, dass es häufig vorkommt, dass Kunden nur einzelne Lebensmittel aus dem Kühlregal bzw. Gefrierschränken benötigen wie eine Tiefkühlpizza, einen Becher Sahne oder eben einen Liter Milch. Auch bei diesen Kunden wird somit garantiert, dass sie durch den gesamten Markt laufen müssen.

Am Ende gelangt man dann doch, meistens mit erheblich mehr im Einkaufskorb als geplant war, an die Kasse. Der Stern-TV-Test machte deutlich, dass selbst Kunden, die einen detaillierten Einkaufszettel bei sich trugen häufig bei Angeboten und Rabattschildern zugriffen. Dabei handelt es sich auch häufig um Produkte, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft. An den langen Gängen der Fließbänder sind Süßigkeiten, Tabakwaren und andere Kleinigkeiten aufgereiht, die den Kunden dazu verleiten sollen eben nochmal ein paar Euro für Genussmittel auszugeben. Wenn Erwachsenen sich zusammenreißen können, sind es meistens die Kinder die ihren Eltern solange in den Ohren liegen, bis sie noch eine Süßigkeit ergattern können.

An der Kasse wird es dann meist stressig, was daran liegt, dass die Ablagen hinter den Kassen sehr kurz sind und man somit alles schnellstmöglich zurück in den Einkaufswagen legen muss. Und genau das ist der Grund für diese kurzen Ablagen. Nachdem der Kunde bezahlt hat, muss man ihn nicht mehr länger im Markt halten. Durch schnelleres Einpacken hält er den Betrieb für die neuen kaufenden Kunden nicht auf.

Typische Verteilung der Lebensmittel innerhalb der Regale

Auch wie die Lebensmittel innerhalb der Regale eingeordnet sind, gehört zum typischen Aufbau von Supermärkten. Auf Kopfhöhe befinden sich immer die teuren Markenprodukte. Sie fallen dem Kunden somit sofort ins Auge und wenn dieser sich nicht weiter umsieht oder es eilig hat. Im oberen Bereich der Regale befinden sich die Produkte, die etwas preiswerter sind, aber die wirklich günstigen Produkte, meist No-Name-Produkte, liegen im untersten Regal. Falls der Kunde zu ihnen greift, muss er sich also bücken. Dieses System zieht sich durch das gesamte Sortiment, von den Wurstwaren bis hin zum Müsli.

Der Platz jedes einzelnen Produkts ist also genauestens bestimmt. Doch nicht nur der typische Aufbau von Supermärkten soll die Kunden zum Kauf verleiten. Viele weitere Faktoren spielen eine Rolle. Dazu gehört zum Beispiel auch die Raumtemperatur im Supermarkt. Studien zufolge wird die Temperatur in Supermärkten auf 19-20 Grad Celsius eingestellt, da die Kunden sich so am wohlsten fühlen. Auch die Musik, die leise aus den Lautsprechern zu hören ist, soll den Kunden entspannten und ihm nicht das Gefühl geben, gleich wieder flüchten zu wollen.

Die Schnäppchenangebote sind ebenfalls häufig nur dazu da, um die Kunden in die Irre zu leiten. Denn auch hier gibt es Alternativen, die günstiger sind als die Produkte mit dem leuchtenden Rabattschildchen.

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Bildquelle: Vielen Dank an Alexas für das Bild (© Alexas_Fotos / pixabay.com)

 

Redakteur: Anna Heinze

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