Bio Produkte Pro und Contra

Bio Produkte: Pro und contra

Die Absatzzahlen von Bio Produkten steigen stetig an. Immer mehr Deutsche greifen zu Bio Lebensmitteln, was vermutlich auch an der großen Anzahl von Lebensmittelskandalen der letzten Jahre liegt. Diese Skandale betrafen ausschließlich konventionell hergestellte Lebensmittel. Heutezutage kaufen 94% der Verbraucher mindestens einmal im Jahr Bio Produkte.

Mittlerweile erweitert sich das Bio Sortiment in Supermärkten und man erhält die Produkte auch im Discounter wie beispielsweise Aldi, Norma oder Penny. In unserem Bio Online Supermarkt Vergleich haben wir die besten online Lebensmittel Lieferservices mit allen Vor- und Nachteilen für Sie zusammengefasst.
Doch haben Bio Produkte wirklich nur Vorteile? Oder werden sie uns teilweise schön geredet, um den erhöhten Preis zu rechtfertigen? Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile von Bio Lebensmitteln gegenüber gestellt.

Definition von Bio

Was bedeutet eigentlich Bio? Biolebensmittel stammen aus der ökologischen Landwirtschaft und wurden weder gentechnisch verändert noch mit Pflanzenschutzmitteln oder künstlichen Dünger gezüchtet. Auch bei Bio Fleisch kommt es auf eine naturgerechte Haltung an. Die Tiere, von denen das Fleisch stammt, werden nicht mit Hormonen und Antibiotika behandelt. Es befinden sich auch keine Giftstoffe oder Medikamente in ihrem Futter.

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Vorteile der Bio Produkte

Bevor die Bio Produkte in den virtuellen Regalen von Edeka24, real,- Drive oder Allyouneed Fresh landen, müssen sie strengere Auflagen erfüllen als Lebensmittel aus gewöhnlicher Produktion. Folgende Aspekte zeichnen Bio Lebensmittel aus und stellen sowohl für den Verbraucher als auch für die Umwelt definitiv einen Vorteil dar.

Keine Gentechnik

Wer Bio kauft kann sich sicher sein, dass in den Produkten keine gentechnischen Veränderungen durchgeführt wurden, sowie es in der konventionellen Herstellung zum Beispiel bei Saatgut der Fall ist.

Wenig Zusatzstoffe

Während konventionelle Hersteller bis zu 300 Zusatzstoffe zu ihren Produkten geben, dürfen Biohersteller lediglich zwischen 36 ausgewählten Zusatzstoffen wählen.

Keine Pestizide

Biobauern nutzen für ihre eigenen Felder keine Pestizide. Allerdings ist eine Abdrift von anderen Feldern oft nicht vermeidbar. Wenn der konventionelle Bauer auf dem Nachbarsfeld mit der Giftspritze hantiert, können kleine Tröpfchen durch den Wind auf das nahegelegene Biofeld gelangen. Aus diesem Grund hat der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) einen Toleranzwert eingeführt, der bei 0,01 Milligramm pro Kilo liegt. Außerdem gibt es auch Vorschriften für konventionelle Bauern. Sie müssen beim Spritzen einen gewissen Mindestabstand zum Biofeld einhalten und bei einer Windstärke von fünf Metern pro Sekunde und einer Temperatur ab 25 Grad Celsius muss das Spritzen unterlassen werden.

Nachhaltiger Anbau

Die Bio-Pflanzen wachsen auf natürliche Weise, was dazu führt, dass der Boden, aus dem die Pflanzen ihre Nährstoffe ziehen, länger genutzt werden kann. Die Nährstoffe bleiben im Boden enthalten und er wird nicht zu Brachland durch Dünger und Pestizide. Bio bedeutet also geringere ökologische Belastung.
Keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker
In ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist die Verwendung von Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern.
Somit bleibt der Geschmack des Lebensmittels natürlich.
Geringerer Energieverbrauch
Biobauern verbrauchen weniger Energie als andere Bauern, die das Feld mit Dünger und anderen Pestiziden versorgen.

Biofleisch ist gesünder

Beim Fleisch aus Massentierhaltung wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass es gesundheitsschädigender ist als Biofleisch.
Keine Massentierhaltung
Dies ist ein Grund aus dem gewiss viele Menschen zu Biofleisch greifen. Die Tiere müssen artgerecht gehalten und gefüttert werden, damit ihr Fleisch als Biofleisch verkauft werden kann.

Nachteile der Bio Produkte

Höhere Kosten

Das erste was vielen Personen zum Biosiegel einfällt: „Das ist ja so teuer.“ Das stimmt, allerdings sind die Preise notwendig, um es den Herstellern zu ermöglichen den Biostandard zu halten. Wenn einen die Kosten der Produkte einschränken sollte man wissen, dass es bestimmte Produkte gibt, deren Pflanzen Giftstoffe schneller und in größeren Mengen aufnehmen als anderen. Stark belastete sind beispielsweise Äpfel, Paprika, Beeren Salat, Kartoffeln und Trauben. Viel weniger belastet sind dagegen Pilze, Avocados, Mais, Spargel, Melonen und Kiwis.

Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten

Durch Pestizide werden viele Krankheitserreger im Feld oder an der Pflanze eliminiert. Beim Bioanbau ist dies nicht möglich und somit gehen die Pflanzen häufiger ein.

Kürzerer Haltbarkeitszeitraum

Da bei Bioprodukten ohne Konservierungsstoffe gearbeitet wird, und sie somit anfälliger für Keime sind, sind sie nicht so lange haltbar wie konventionell hergestellte Lebensmittel.

Unterschiedliche Vorgaben der Biolabels

Bio ist nicht gleich Bio. Um das europäische Biosiegel zu erhalten, muss man den niedrig gesetzten Standards entsprechen. Die Vorgaben der Biomarken „Bioland“ und „Demeter“ sind erheblich strenger und achten genauer auf die Behandlung der Lebensmittel.

Absenken der Standards

Durch die stetig wachsende Nachfrage, wird es immer schwieriger für die Bauern dieser Nachfrage gerecht zu werden. Aus diesem Grund werden die hohen Standards, was die Herstellung von Bioprodukten angeht, gesenkt.

Natürliche Pestizide

Bei Bioprodukten werden keine künstlichen Pestizide benutzt, viele Bauern greifen allerdings auf natürliche Pestizide wie Kupfer, Schwefel oder Kalium Bikarbonat (Backpulver) zurück. Zu betonen ist an dieser Stelle allerdings, dass die Mittel, die Biobauern verwenden, nicht wie die chemischen Pestizide in die gesamte Frucht eindringen. Es genügt die Früchte abzuwaschen, so werden sie vom Großteil der Rückstände befreit. Chemische Pestizide hingegen gehen durch die Schale hindurch und sind somit in der gesamten Frucht zu finden.

Gesünder?

Während es beim Fleisch erwiesen ist, dass das Biofleisch gesünder als die herkömmliche Variante ist, scheiden sich bei Gemüse die Geister. Wissenschaftlich ist es noch nicht belegt, dass Gemüse, welches mit Pflanzenschutzmittel behandelt wurde dem menschlichen Körper schadet, da die Mengen an Pflanzenschutzmittel wahrscheinlich zu gering für eine ernsthafte Einschränkung der menschlichen Gesundheit sind. Langzeitstudien versuchen momentan das Gegenteil zu beweisen.

Fazit
Es ist also nicht genug Bioprodukte zu kaufen. Schaden kann es der Gesundheit nicht, wer allerdings wirklich zu 100% sicher sein will, dass es sich bei seinen Lebensmitteln um gesunde, nicht behandelte Produkte handelt, der sollte sie direkt vom Erzeuger erwerben. Auch im Bioladen stammen die Eier häufiger von glücklichen Hühnern, als bei den Bioeiern im Supermarkt. Dort wird meistens mit penibler Genauigkeit darauf geachtet, dass die Produkte wirklich Biolebensmittel sind und nicht nur das Siegel tragen. Ein weiteres Problem ist eindeutig, dass die Biohersteller nicht die Kapazitäten haben, um allen Bürgern eine rein biologische Ernährung gewährleisten zu können. Aus diesem Grund sollte man generell weniger Fleisch essen und vielleicht auch mal zu Fleischersatzprodukten greifen. Das ist nicht nur gesünder sondern auch umweltfreundlicher.

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Bildquelle: Vielen Dank an _Sherry_ für das Bild (© _Sherry_ / pixabay.com).

Redakteur: Anna Heinze

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